istlokal.de protestiert gegen „Schweigegeld“-Urteil: „Mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehbare Entscheidung“

PresseerklĂ€rung des Netzwerks istlokal.de zum Urteil des Hamburger Landgerichts in der Sache „Schweigegeld“ Diözese Regensburg vs. Stefan Aigner

Stefan Aigner: Hamburger Landgericht verbietet Regensburger Journalisten Geldzahlungen und eine "Verschwiegenheitsverpflichtung" im Fall des sexuellen Missbrauchs an einem Jungen durch einen katholischen Pfarrer als "Schweigegeld" zu bezeichnen. Bild: pro

(Text in Teilen oder komplett zur kostenfreien Veröffentlichung freigegeben.)

Heddesheim/Hamburg, 11. MĂ€rz 2011. Das Hamburger Landgericht hat heute einer Klage der Regensburger Diözese gegen den Journalisten Stefan Aigner „recht“ gegeben.

Eine UrteilsbegrĂŒndung liegt noch nicht vor. Dem Journalisten ist untersagt worden, Zahlungen der katholischen Kirche an die Eltern eines durch einen Priester missbrauchten Jungen als „Schweigegeld“ zu bezeichnen.

Scharfer Protest.

Das Netzwerk istlokal.de protestiert auf SchÀrfste gegen diese mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehbare Entscheidung.

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche MissbrauchsfĂ€lle bekannt. Dutzende von Priestern hatten teils ĂŒber Jahre hinweg hunderte von Ministranten und andere schutzbefohlene Kinder, ĂŒberwiegend Jungen, sexuell missbraucht.

Anstatt diese MissbrĂ€uche an Leib und Seelen der Kinder konsequent aufzuklĂ€ren, hat die katholische Kirche viele FĂ€lle vertuscht, Priester versetzt, „EntschĂ€digungszahlungen“ geleistet.

Wider die AufklÀrung.

Nur auf großen Druck der Öffentlichkeit hat die katholische Kirche reagiert und immer nur das allernotwendigste getan, um „AufklĂ€rung“ zu leisten.

Die Öffentlichkeit wurde und wird ĂŒberwiegend durch mutige Journalisten wie Stefan Aigner ĂŒber diese schon fast alltĂ€glich zu nennende Missbrauchspraxis informiert.

Katholische Kirche will Journalisten zum Schweigen bringen.

Es ist nicht hinnehmbar, dass Journalisten, die ĂŒber diese MissbrauchsfĂ€lle berichten, sich juristisch bedroht fĂŒhlen mĂŒssen.

Nicht die Journalisten begehen einen Missbrauch, indem sie ĂŒber MissbrĂ€uche berichten, sondern die katholische Kirche missbraucht das Justizsystem, indem sie als „Großkonzern“ gegen Journalisten vorgeht.

Der Regensburger Journalist Stefan Aigner hatte im Vorfeld versucht, sich mit der Diözese Regensburg auf eine andere Formulierung zu einigen. Daran hatte die Diözese kein Interesse. Man muss davon ausgehen, dass dem Journalisten – und mit diesem Fall auch anderen – eine „Lektion“ erteilt werden soll.

Schafft den „fliegenden Gerichtsstand“ ab.

Dabei bedient sich die Kirche des so genannten „fliegenden Gerichtsstands“ – man sucht sich das Gericht aus, von dem man sich ein „erwĂŒnschtes Urteil“ verspricht. Diese Praxis muss ein Ende haben.

Das Hamburger Landgericht ist bundesweit fĂŒr pressefeindliche Urteile bekannt. Die Meinungsfreiheit nach Artikel 5 Grundgesetz gilt hier nicht besonders viel und wird bis an den Rand der UnertrĂ€glichkeit begrenzt.

Prozesskosten bedrohen Existenzen.

Die Prozesskosten fĂŒr die erste Instanz schĂ€tzt Stefan Aigner auf rund 8.000 Euro. Ohne UnterstĂŒtzung wĂŒrden ihn diese Kosten in eine seine wirtschaftliche Existenz bedrohende Lage bringen. Nach einem Spendenaufruf kamen rund 10.000 Euro zusammen – sonst hĂ€tte Stefan Aigner nicht vor Gericht gehen können, sondern sich sofort einer UnterlassungserklĂ€rung beugen mĂŒssen.

Aus Sicht des Netzwerks istlokal.de missbraucht die Kirche nun „LĂŒcken“ im Rechtssystem, um sich missbrĂ€uchlich an der Presse- und Meinungsfreiheit zu vergehen. Anstatt die schĂ€ndlichen Taten von Priestern lĂŒckenlos aufzuklĂ€ren und öffentlich zu machen, soll Journalisten das Berichten verboten werden.

Gegen die „Schere im Kopf“.

Man muss befĂŒrchten, dass Journalisten zukĂŒnftig nur noch mit der „Schere im Kopf“ ĂŒber den Missbrauch von katholischen Priestern an Kindern berichten oder aus Angst vor Klagen ganz darauf verzichten.

Wir halten es fĂŒr unertrĂ€glich und nicht hinnehmbar, dass eine Institution wie die katholische Kirche weder bereit ist, sich außergerichtlich zu einigen, sondern versucht, einen Journalisten wirtschaftlich zugrunde zu klagen.

Forderung an die Diözese Regensburg:

1. Das Netzwerk istlokal.de fordert hiermit die Diözese Regensburg auf, alle Kosten des Prozesses zu ĂŒbernehmen und die Aufhebung des Urteils zu beantragen.

2. Weiter fordern wir die Diözese Regensburg auf, mit dem Journalisten Stefan Aigner in einen Dialog zu treten und eine fĂŒr beide Seiten „akzeptable“ Formulierung fĂŒr den betreffenden Bericht zu finden.

3. Weiter fordern wir von der Diözese Regensburg eine ErklĂ€rung, dass sie die Presse- und Meinungsfreiheit nach Artikel 5 Grundgesetz achtet und Journalisten bei der AufklĂ€rung und Veröffentlichung von MissbrauchsfĂ€llen ohne EinschrĂ€nkung aktiv unterstĂŒtzt.

Gezeichnet
fĂŒr das Netzwerk istlokal.de

Hubert Denk buergerblick.de
Christoph Georg Baron v. Gallera mittelhessenblog.de
JĂŒrgen Hofherr nokzeit.de
Hans-Peter Koch seemoz.eu
Jörg Levermann eichwalder-nachrichten.de
Thomas Meiser extranews.de
Peter Posztos tegernseerstimme.de
Hardy Prothmann rheinneckarblog.de
Hannes Schiebener schiebener.net
Bernd Schiel regionews-cw.de
Delf Schnappauf homberger-hingucker.de
Heidi Schrenk Mecklenburger Stimme
Ralph Stenzel fuerther-freiheit.info
Philipp Schwörbel prenzlauerberg-nachrichten.de
Michael Wenzl singold-bote.de
Gerhard Ziegler wendland-net.de

Weitere HintergrĂŒnde zum Fall finden Sie hier:

http://webevangelisten.de/bild-dir-deine-meinung-so-lange-du-noch-darfst/

Info:
Das Netzwerk istlokal.de hat deutschlandweit zur Zeit 46 Mitglieder, die selbstverantwortlich im Internet lokal- oder regionaljournalistische Portale anbieten – ob als Blog oder Internetzeitung.

GegrĂŒndet wurde istlokal.de von den Journalisten Stefan Aigner (Regensburg) und Hardy Prothmann (Heddesheim) sowie dem MedienpĂ€dagogen Thomas Pfeiffer (MĂŒnchen) am 28. Dezember 2010 im nordbadischen Heddesheim.

Ziel des noch zu grĂŒndenden Verbands (voraussichtlich Mai 2011 ) ist die Förderung des Lokaljournalismus in Deutschland.

Die istlokal.de-Mitglieder unterstĂŒtzen sich dabei gegenseitig bei Journalismus, Technik, Vermarktung und Recht, um eine möglichst hochwertige lokaljournalistische Berichterstattung anzubieten.

Gut die HĂ€lfte der Mitglieder sind keine Berufsjournalisten, sondern als BĂŒrger journalistisch tĂ€tig geworden, weil diese mit dem zunehmend schlechten Informationsangebot der Tagespresse nicht mehr zufrieden sind.

Hauptberufliche Journalisten wollen explizit mit BĂŒrgerjournalisten zusammenarbeiten. Das gemeinsame Ziel ist durch Presse- und Meinungsfreiheit die deutsche Demokratie zu stĂŒtzen.

Informationen zum Netzwerk istlokal.de und seinen Mitgliedern finden Sie hier:

http://istlokal.de

Ansprechpartner fĂŒr Redaktionen:

Peter Postzos – tegernseerstimme.de

Telefon 0151/ 270 197 80

Hardy Prothmann – rheinneckarblog.de

Telefon 06203/ 49 23 16

email: kontakt@istlokal.de

Spendenkonto:

Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V..
Volksbank Regensburg (BLZ 750 900 00)
Kontonummer: 63363
BIC: GENODEF1R01
IBAN: DE14750900000000063363

Die Spenden und Kosten werden regelmĂ€ĂŸig offen gelegt. Bitte geben Sie bei der Überweisung an, ob Sie mit der Veröffentlichung Ihres Namens auf der Spenderliste einverstanden sind.

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  • admin

    Hallo.

    Und hier die Pressemitteilung der Diözese Regensburg:

    http://www.bistum-regensburg.de/default.asp?op=show&id=4534

    istlokal.de

    • admin

      Aus einem Bericht des Bayerischen Rundfunks:

      „Der Fall Riekofen
      RĂŒckfalltĂ€ter missbraucht Ministranten

      Der Fall, der bereits im MĂ€rz 2008 fĂŒr Aufregung sorgte, kam im Zuge der EnthĂŒllungswelle vom vergangenen Jahr wieder aufs Tapet: Ein Pfarrer aus Riekofen hatte sich seit 2004 ĂŒber Jahre immer wieder an einem Ministranten vergangen. 2008 wurde der 40-JĂ€hrige wegen sexuellen Missbrauchs zu drei Jahren Haft verurteilt.

      Soweit hĂ€tte es nie kommen mĂŒssen: Der Mann war ein RĂŒckfalltĂ€ter. Das Bistum Regensburg verschwieg eine einschlĂ€gige Vorstrafe, als sie den Priester 2001 in Riekofen einsetzte. In Riekofen leitete der Mann, der in Viechtach einen Ministranten missbraucht hatte, wieder MinistrantenausflĂŒge.

      Regensburgs Bischof Gerhard Ludwig MĂŒller wurde ein klarer Verstoß gegen die Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz vorgeworfen. Doch jegliche Kritik prallte an ihm ab.“

      http://www.br-online.de/aktuell/kirche-justiz-missbrauch-ID1294666140909.xml

      istlokal.de

    • Guten Tag!

      Die Diözese betitelt ihre Pressemitteilung mit „Tatsachen“.

      WĂŒrde mal sagen – ziemlich zynischer Humor, denn vor dem Streit ums „Schweigegeld“ hat ein katholischer Priester sich des sexuellen Missbrauchs an Kindern schuldig gemacht.

      Vielleicht sieht die Kirche ja Kinder auch als Sache – damit bekommt das Wort Tatsache eine vollkommen neue Bedeutung.

      Soviel zu Taten und Tatsachen.

      Gruß
      Hardy Prothmann

  • admin
  • admin

    Hallo,

    Dokumentation unserer email an die Diözese Regensburg:

    „Guten Tag!

    Das Netzwerk istlokal.de richtet einen scharfen Protest gegen das Verhalten der Diözese Regensburg und das nicht-hinnehmbare Vorgehen im Fall des Prozesses gegen den Regensburger Journalisten Stefan Aigner.

    Anbei verlinken wir dazu unsere Pressemitteilung.

    http://istlokal.de/2011/03/11/istlokal-de-protestiert-gegen-schweigegeld-urteil/

    In der von Ihnen veröffentlichen Pressemitteilung unterschlagen Sie jede Information, dass Herr Aigner von sich aus versucht hat, sich mit der Diözese ĂŒber eine „Umformulierung“ zu einigen.

    Wir stellen hiermit fest, dass die Diözese Regensburg nicht an einer lĂŒckenlosen wahrhaftigen Darstellung interessiert zu sein scheint, sondern viel eher die „Wahrheit“ beugen möchte, wie Sie das fĂŒr richtig hĂ€lt.

    Weiter fĂ€llt auf, dass jedes Wort des Bedauerns und der Anteilnahme gegenĂŒber der Opfer fehlt – einzig der Triumph ĂŒber ein erstinstanzliches Urteil ist zu erkennen. Was man davon hĂ€lt und ĂŒber die Diözese Regensburg denkt und meint, bleibt allen BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern selbst ĂŒberlassen.

    Insbesondere fordern wir Sie daher auf:

    1. Das Netzwerk istlokal.de fordert hiermit die Diözese Regensburg auf, alle Kosten des Prozesses zu ĂŒbernehmen und die Aufhebung des Urteils zu beantragen.

    2. Weiter fordern wir die Diözese Regensburg auf, mit dem Journalisten Stefan Aigner in einen Dialog zu treten und eine fĂŒr beide Seiten „akzeptable“ Formulierung fĂŒr den betreffenden Bericht zu finden.

    3. Weiter fordern wir von der Diözese Regensburg eine ErklĂ€rung, dass sie die Presse- und Meinungsfreiheit nach Artikel 5 Grundgesetz achtet und Journalisten bei der AufklĂ€rung und Veröffentlichung von MissbrauchsfĂ€llen ohne EinschrĂ€nkung aktiv unterstĂŒtzt.

    Die Mitglieder des Netzwerkes arbeiten eigenverantwortlich und unabhÀngig. Im Sinne der Meinungs- und Pressefreiheit werden wir als Netzwerk aber dazu auffordern, die katholische Kirche und insbesondere die Diözese Regensburg genau zu beobachten und nachhaltig zu berichten.

    Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

    Hardy Prothmann“

    istlokal.de

  • admin

    Hallo,

    die Liste der istlokal.de-Mitglieder, die die SolidaritĂ€tsbekundung und PM teilen, wĂ€chst – wer noch nicht drauf steht, bitte melden, wir ergĂ€nzen fortlaufend.

    Die PM sollte schnell raus.

    Gerne können auch Freunde und Sympathisanten von Stefan Aigner und unserem Netzwerk istlokal.de hier Kommentare hinterlassen.

    Bei Facebook gibt es eine Gruppe mit bislang 137 Mitgliedern – SolidaritĂ€t mit Aigner:

    http://www.facebook.com/group_160530143978024

    istlokal.de

    • Habe die PM gerade gelesen und bitte darum mit in die Liste der Unterzeichnenden aufgenommen zu werden. Möchte der PM nichts mehr hinzufĂŒgen – ist glaube ich – alles gesagt. FĂŒr Stephan Aigner empfinde ich tiefe SolidaritĂ€t. Zumal die Katholische Kirche ihrem Anspruch auf Vergebung und NĂ€chstenliebe anscheinend so ĂŒberhaupt keinen „Freiraum“ mehr lĂ€sst. OMG, was sind doch diese „AmtstrĂ€ger“ fĂŒr merkwĂŒrdige Christen!

      Viele GrĂŒĂŸe
      Heidi Schrenk
      Freie Journalistin aus M-V
      bald hier vertreten mit der „Mecklenburger Stimme“

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  • Hallo,

    ich werde die Pressemitteilung in dieser Form nicht unterzeichnen und möchte auch kurz erklĂ€ren, warum: Zum einen halte ich die Pressemitteilung fĂŒr unprofessionell, denn zumindest sollte doch die UrteilsbegrĂŒndung abgewartet und diese in die Formulierung aufgenommen werden. Außerdem klingt manches schwer nach Kirchen-Bashing.

    Zum anderen wĂŒrde ich mich instrumentalisiert fĂŒhlen in einer Form, die ich nicht gutheiße. Denn ich vermute, was in der UrteilsbegrĂŒndung Diözese Regensburg vs. Aigner steht: Das dĂŒrfte – soweit sich mir der Fall bislang erschließt – Ă€hnlich sein wie im Urteil zum Streit „Diöszese Regensburg vs. Spiegel“ (LG Hamburg vom 21.1.2011, Az. 324 O 274/10). Ihr habt es sicher alle gelesen: Dort wurde sowohl dem Spiegel als auch Spiegel Online verboten, in dem Zusammenhang weiter von „Schweigegeld“ zu sprechen. Den Begriff „Schweigevereinbarung“ darf der Spiegel aber weiterhin nutzen (siehe u.a. http://www.dr-bahr.com/news/dioezese-regensburg-spiegel-verlag-und-spiegel-online.html oder sucht auf dejure.org nach dem Aktenzeichen). Insofern wurde der Diözese vom (in der BlogosphĂ€re so gern verhassten LG Hamburg nur zum Teil Recht gegeben). Das aber m.E. vollkommen zu Recht, denn im Vertrag zwischen der Familie und der Diözese steht laut dem Spiegel-Artikel „Schweigen gegen Geld“ von Conny Neumann und Peter Wensierksi der Begriff „Schmerzensgeld“.

    Man mag darĂŒber diskutieren, ob es Schweigegeld ist oder nicht. Schweigegeld zahlen Verbrecher – aber ohne juristischen Vertrag, und der existiert im beschriebenen Fall nun mal. Wenn Stefan Aigner das „Schweigegeld“ aus dem Spiegel-Artikel ĂŒbernimmt und daraufhin eine EV erhĂ€lt, ist das nicht weiter verwunderlich und die Reaktion der Diözese ist vollkommen verstĂ€ndlich. Es muss (auch fĂŒr Diözesen) möglich sein, sich gegen Falschbehauptungen zur Wehr zu setzen – ob nun gegen BildungsbĂŒrgerblatt, Bildzeitung oder Blogger.

    Und um mich richtig unbeliebt zu machen: Der zitierte Bistumssprecher hat Recht und es geht bei der Unterscheidung Schmerzensgeld-Schweigegeld keineswegs nur um Korinthenkackerei.

    Dummerweise nĂ€hrt so ein Fall wie dieser wieder das Vorurteil von Online = schlampig recherchierte Inhalte – und das sehe ich, wenn ich die Kommentare zur Sache in er gesamten BlogossphĂ€re etwa von selbst ernannten Webevangelisten lese, die damit der eigentliche Sache ĂŒberhaupt nicht dienlich sind.

    Dem sollte istlokal.de entgegentreten, indem es seine Mitglieder professionalisiert und ihnen zeigt, wie man recherchiert und formuliert. Mit ein paar anderen Formulierungen wÀre der Aigner-Kommentar m.E. kaum angreifbar gewesen. Und das muss eines unserer Ziele sein.

    So und nun: Feuer frei!
    Thomas HĂŒmmler

    • Hallo Thomas,

      Artikel 5 Grundgesetz gilt auch fĂŒr Dich – eventuell bist Du aber fest entschlossen, diese Tatsache niemals mit einer kritischen Äußerung gegenĂŒber der katholischen Kirche zu kombinieren.

      Zu unprofessionell:
      Danke fĂŒr die Blumen – der Verfasser bin ich, das unprofessionelle StĂŒck wurde im Forum vorgestellt. EinwĂ€nde von anderen kamen keine. Verwundert bin ich ĂŒber Deine Definition von „professionell“ – wenn wir bis zur UrteilsbegrĂŒndung gewartet hĂ€tten, wĂ€re eine Pressemitteilung in vermutlich zwei bis drei Monaten erfolgt.

      Regelrecht erschĂŒttern bin ich ĂŒber diesen Satz: „Außerdem klingt manches schwer nach Kirchen-Bashing.“
      Im Text steht nichts dazu drin, dass der Papst die Ă€rmsten Menschen dieser Welt auffordert, keine Kondome zu benutzen und sie damit regelrecht in den Aids-Tod fĂŒhrt, es steht nichts ĂŒber mafiöse Verstrickungen der Kirche drin, nichts ĂŒber das Zölibat und Priester, die in heimlichen „Ehen“ leben, ĂŒber die vielen LĂŒgen und seelischen Grausamkeiten, die dieses System zum Teil hervorruft.

      All diese Dinge stehen nicht drin – sehr wohl wird aber bezug genommen auf hundertfachen Missbrauch von Kindern durch katholische Pfarrer, auf Vertuschung und TĂ€uschung, fehlenden Willen zur AufklĂ€rung und zum Schutz von unschuldigen Kindern. Das bezeichnest Du mal so nebenbei als „Kirchen-Bashing“? Ist das Dein Ernst? Ich nehme das an, sonst hĂ€ttest Du das nicht geschrieben.

      Und als wĂ€re das alles nicht verwirrend genug, fordertst Du erst, auf die UrteilsbegrĂŒndung zu warten und „nimmst dann an“, dass diese Ă€hnlich der im „Spiegel-Fall“ sein könnte? HĂ€lst Du das fĂŒr irgendwie nachvollziehbar?

      Und was soll bitte-schön dieser Hinweis: „vom (in der BlogosphĂ€re so gern verhassten LG Hamburg)“?
      Erstens sind wir nicht Teil der „BlogosphĂ€re“ – ich weiß gar nicht, was das sein soll, außer ein Kampfbegriff der Verlagswelt gegen Internetmedien. DarĂŒber hinaus hasst sicherlich niemand ein Gericht an sich, das im ĂŒbrigen bislang ĂŒberwiegend gegen Journalisten und „etablierte Medien“ vorgegangen ist und vielleicht fĂŒr seine pressefeindlichen Urteile „berĂŒchtigt“ oder „bekannt“ ist. Die werden ĂŒbrigens gerne vom BGH wieder kassiert – wenn die „verurteilten“ Parteien das Geld und die Geduld haben, solche Prozesse durchzuhalten.

      Außerdem finde ich Dein juristisches VerstĂ€ndnis schon merkwĂŒrdig. „Schweigegeld zahlen Verbrechen“ – und das in Zusammenhang mit diesem Fall… Sexuelle Übergriffe sind eine Straftat und Leute die sowas tun, nennt man StrattĂ€ter und landlĂ€ufig Verbrecher. Wie nennt man die, die Verbrecher schĂŒtzen, „decken“? Es gab ein „Verbrechen“, es wurde Geld gezahlt…

      Ein Schelm, wer seine SchlĂŒsse daraus zielt. UnabhĂ€ngig davon wĂŒrde mich sehr interessieren, ob man nicht mal prĂŒfen und verhandeln könnte, ob eine solche „Schweigevereinbarung“ mit „juristischem Vertrag“ nicht auch irgendwie gegen die Gesetze ist. Soweit mir bekannt ist, hat ein Mitglied einer Theapiegruppe den pĂ€dophilen Priester angezeigt, der mit einem Strafbefehl davon kam.

      Die Öffentlichkeit wurde ĂŒber das „Treiben“ nicht informiert, erst 2007 kam es zu dem Prozess und das Urteil wurde 2008 verkĂŒndet.

      Und wenn Du schon die „schlampige Recherche“ ansprichst… Soweit mir bekannt ist, wurde nicht gegen den Spiegel-Artikel „Schweigen gegen Geld“ (2007) prozessiert, sondern den aus dem Jahr 2010 „Die Scheinheiligen“. In dem 2007-er Artikel fĂ€llt auch nicht das Wort „Schweigegeld“. Stefan Aigner hat sich aber darauf bezogen und das „gegen“ gestrichen und „Schweigegeld“ geschrieben.

      DarĂŒber hinaus scheinst Du nicht im Ansatz gewillt zu sein, Dich in die Lage der Familie des Opfers versetzen zu wollen. Es ist leider und verstĂ€ndlicherweise so, dass Opfer von MissbrĂ€uchen zuerst einen immensen Schaden durch den Missbrauch erleiden und zweitens einen weiteren durch „Öffentlichkeit“ fĂŒrchten. Die meisten Menschen, derart verletzt, sind nicht stark genug, die heimliche Straftat nochmals öffentlich „erleben“ zu können.

      In diesem „juristischen Vertrag“ steht nicht „Schweigegeld“. Richtig. Glaubst Du aber im ernst, dass jemand einen Vertrag aufsetzt nach der Art: „Im Fall des Missbrauchs eines Jungen vereinbaren die Eltern und die Kirche ein Schweigeld in Höhe von X?“ Und ist es deswegen falsch, diese „Schmerzensgeldzahlung“, wie sie dann im Vertrag sprachlich „eleganter“ ausgedrĂŒckt wurde, anders zu nennen, als sie dort geschrieben steht?

      Vermutlich glaubst Du bis heute auch noch, beim Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan handele es sich um einen „Friedenseinsatz“ und nicht um einen „Krieg“.

      Und Dein Satz: „Und um mich richtig unbeliebt zu machen: Der zitierte Bistumssprecher hat Recht und es geht bei der Unterscheidung Schmerzensgeld-Schweigegeld keineswegs nur um Korinthenkackerei“, ist im ĂŒbrigen nur eine Behauptung.
      Mal abgesehen davon habe ich meine ganz persönliche Meinung und zwar sehr „korithenkackerisch“, wie ich das werte, also als Schmerzensgeld oder Schweigegeld – öffentlich Ă€ußere ich lieber keine Festlegung, denn seit dem Urteil ist klar, was das zur Folge haben kann.

      NĂ€mlich, dass die Kirche ab sofort im Schnellverfahren jeden verknacken lassen kann, der das behauptet. Und damit ist ein Ziel erreicht: Die Schere im Kopf macht schnipp-schnapp.

      Hast Du auch nur eine Sekunde darĂŒber nachgedacht, warum die Diözese Regensburg nicht vor dem örtlichen Landgericht den Fall hat verhandeln lassen? Na, eine Idee? Guck Dir mal die Prozesse vom Aigner an und Du könntest eine Ahnung bekommen, warum ausgerechnet das aus Sicht von gewissen KlĂ€gern so „beliebte“ LG Hamburg im „fliegenden Gerichtsstands“verfahren ausgesucht wurde.

      „Dummerweise“ bringst Du hier das „Vorurteil von schlampig recherchierten Inhalten“ zur Sprache und stellst „Über-forderungen“ an das Netzwerk – deswegen frage ich mich, was das soll. Ich könnte zum Beispiel den Eindruck gewinnen, dass Du dieses Netzwerk, das sich noch nicht einmal „offiziell“ gegrĂŒndet hat, sondern ganz am Anfang seiner Entwicklung steht, sowie einzelne Mitglieder, beschĂ€digen möchtest.

      Das Netzwerk istlokal.de hat den Anspruch, die Mitglieder und ihre Projekte zu unterstĂŒtzen. istlokal.de kann und will niemanden „professionalisieren“, sondern Angebote machen. FĂŒr die Professionalierung ist jeder selbst verantwortlich. Denn istlokal.de wird keins der Mitglieder „beschĂ€ftigen“, anders als die Kirche und ihre teils pĂ€dophilen Priester.

      Und es wird ganz sicher kein Ziel von istlokal.de sein, „unangreifbare“ Kommentare von den Mitglieder zu verlagen, denn das wĂ€re absurd. Jeder Kommentar, auch solch kluge und gut recherchierte und nachvollziebare wie die von Stefan Aigner sind angreifbar, wie man gesehen hat. Ob der Angriff und der erste Erfolg auch in der zweiten Instanz halten werden, wird man ebenfalls sehen.

      Und ganz unabhĂ€ngig davon finde ich zum wiederholten Male Dein „RechtsverstĂ€ndnis“ mehr als kurios. Recht haben und Recht bekommen sind bekanntlich zwei verschiedene paar Stiefel. Und es ist ganz sicher nicht Aufgabe von Journalisten, nur die Rechtsauffassung von Gerichten und bistĂŒmlichen Pressesprechern unters Volk zu bringen, sondern auch die Meinung von anderen – denn nur so kann man sich aus verschiedenen „öffentlich-zugĂ€nglichen“ Quellen eine Meinung bilden.

      Die Menschen mĂŒssen auch noch nachvollziehen können, ob Rechtssprechung auch Recht spricht oder ob man sich nur noch an den Kopf greift, weil man nicht mehr versteht, was vor sich geht.

      Deinen Schlussappell, „Feuer frei“, ist mir mehr als unsympathisch, weil ich MilitĂ€rsprache grundsĂ€tzlich ablehne. „Meinung frei“ wĂ€re genauso gut gewesen und von mir bevorzugt.

      Bei mir hast Du mit Deinem Kommentar einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen – ich bin sicher, dass hast Du verstanden.

      Gruß
      Hardy

      • Hallo Hardy,

        ja, Artikel 5 GG gilt auch fĂŒr mich. Aber nicht nur Absatz 1, sondern auch Absatz 2 – wie fĂŒr alle anderen ebenfalls. FĂŒr mein „Blatt“ außerdem, da ich in Bayern sitze, das Bayerische Pressegesetz, die Bayerische Verfassung (in Verbindung mit dem Pressegesetz die Artikel 110, 111 und 112).

        Und: Ich ĂŒbe Kritik, wo es mir notwendig erscheint – und hier erscheint es mir notwendig.

        Ich sehe dein Engagement und finde es toll, wie du dich um istlokal.de kĂŒmmerst. Als Mitglied des Netzwerks erlaube ich mir, Kritik ĂŒben zu dĂŒrfen:

        – Die istlokal.de-Pressemitteilung wurde am Freitag um 14.37 Uhr angekĂŒndigt, um 17:18 dokumentierst du hier bereits den Versand an die Diözese. Wie sollen sich in nicht mal drei Stunden alle Mitglieder von istlokol.de dazu Ă€ußern?
        FĂŒr kĂŒnftige Aktionen schlage ich vor, so etwas strukturierter anzugehen, z.B.: eine Woche vorher darauf hinweisen, dass man sich zu einer Sache Ă€ußern will; die HintergrĂŒnde dokumentieren (das Spiegel-Urteil etwa wird ĂŒberhaupt nicht erwĂ€hnt; mir kommt es erst unter, nachdem ich mich durch die vielen Texte im Netz gewĂŒhlt habe).

        – Ungeschickt finde ich die verschiedenen Diskussionsebene im Forum und hier – hier umso mehr, weil die Diskussion ĂŒber das Vorgehen einer Aktion nicht unbedingt öffentlich gefĂŒhrt werden sollte.
        Hier schlage ich fĂŒr kĂŒnftig vor: WaschkĂŒche statt Waschsalon. Solche Diskussionen sollten in den nichtöffentlichen Bereich des Forums verlagert werden.

        – Du schreibst: „wenn wir bis zur UrteilsbegrĂŒndung gewartet hĂ€tten, wĂ€re eine Pressemitteilung in vermutlich zwei bis drei Monaten erfolgt.“
        Wie kommst du darauf? Das erwÀhnte Spiegel-Urteil ist vom 21.1., die zeitnahe Pressemitteilung des Landgerichts vom 24.1.

        – zum Kirchen-Bashing: Passagen wie
        * „die katholische Kirche missbraucht das Justizsystem, indem sie als „Großkonzern“ gegen Journalisten vorgeht.“
        * die AnfĂŒhrungszeichen um „AufklĂ€rung“ (es gibt auch in der katholischen Kirche Leute, die es ernst meinen mit der AufklĂ€rung).
        * „missbraucht die Kirche nun „LĂŒcken“ im Rechtssystem, um sich missbrĂ€uchlich an der Presse- und Meinungsfreiheit zu vergehen“. Nein, in dem Fall hat unser Rechtssystem keine LĂŒcken und ist m.E. sehr eindeutig.

        klingen fĂŒr mich nach Kirchen-Bashing. Gegenstand des Verfahrens ist nicht der gesamte Artikel, sondern eine angebliche Falschaussage. Das Gericht hat das in erster Instanz bestĂ€tigt. Aigner darf trotzdem seinen Meinungsartikel nach wie vor veröffentlichen, er muss nur auf das Wort „Schweigegeld“ bzw. auf eine Formulierung verzichten (im Ernst: Welche andere Reaktion soll das Angebot, es zu umschreiben mit „erhielt eine Geldzahlung, welche nicht nur in den Augen unserer Redaktion den Beigeschmack einer Schweigegeldzahlung hat“ hervorrufen?). Aigner darf auch kĂŒnftig ĂŒber MissbrauchsfĂ€lle berichten, nur eben in dem erwĂ€hnten Zusammenhang (nach bisheriger Rechtsprechung) nicht mehr „Schweigegeld“ schreiben (korrigiert mich, wenn ich das falsch interpretiere, ich kenne die UrteilsbegrĂŒndung nicht).

        Du schreibst: „sehr wohl wird aber bezug genommen auf hundertfachen Missbrauch von Kindern durch katholische Pfarrer, auf Vertuschung und TĂ€uschung, fehlenden Willen zur AufklĂ€rung und zum Schutz von unschuldigen Kindern. Das bezeichnest Du mal so nebenbei als “Kirchen-Bashing”? Ist das Dein Ernst? Ich nehme das an, sonst hĂ€ttest Du das nicht geschrieben.“

        Ich habe geschrieben, „manches klingt nach Kirchen-Bashing“. Was, habe ich oben erlĂ€utert.

        Du schreibst: „Und als wĂ€re das alles nicht verwirrend genug, fordertst Du erst, auf die UrteilsbegrĂŒndung zu warten und “nimmst dann an”, dass diese Ă€hnlich der im “Spiegel-Fall” sein könnte? HĂ€lst Du das fĂŒr irgendwie nachvollziehbar?“

        Ja, das halte ich fĂŒr vollkommen nachvollziehbar. Die UrteilsbegrĂŒndung bzw. eine Pressemitteilung erfolgt vermutlich zeitnah (s.o.); ob das Landgericht Hamburg zur Sache allerdings eine Pressemitteilung verfasst, kann ich nicht sagen (ich beschĂ€ftige mich nur Ă€ußerst selten mit den Hamburger Justizbehörden) Und ja, aus den Informationen, die ich ĂŒber die Sache erfahren habe, schlussfolgere ich, dass das LG HH Ă€hnlich urteilt wie im Spiegel-Fall (wie sonst?) Übrigens erscheint es mir auch vollkommen nachvollziehbar, dass die Kanzlei Romatka mit beiden FĂ€llen vor das LG HH zieht (korrigiert mich, falls ich falsch liege: Wenn die Klage gegen den Spiegel zeitlich vor der gegen Aigner lag (die Aktenzeichen implizieren das), erscheint mir Hamburg als Gerichtsort geradezu ideal und alternativlos, da der Verlag ja auch dort sitzt). Was soll ich als Kanzlei vor ein anderes Gericht ziehen, das mit dem Fall nicht vertraut ist?

        Du schreibst: „Erstens sind wir nicht Teil der “BlogosphĂ€re” – ich weiß gar nicht, was das sein soll, außer ein Kampfbegriff der Verlagswelt gegen Internetmedien.“

        Ich benutze den Begriff wertfrei im Sinne von http://de.wikipedia.org/wiki/Blogosph%C3%A4re

        Du schreibst: „Außerdem finde ich Dein juristisches VerstĂ€ndnis schon merkwĂŒrdig. “Schweigegeld zahlen Verbrechen” – und das in Zusammenhang mit diesem Fall
“

        Ich schrieb deshalb „Schweigegeld zahlen Verbrecher“, um klar zu machen, dass das Bistum Regensburg verstĂ€ndlicherweise nicht als solcher dastehen will und deshalb mit den verfĂŒgbaren juristischen Mitteln dagegen angeht.

        Du schreibst: „DarĂŒber hinaus scheinst Du nicht im Ansatz gewillt zu sein, Dich in die Lage der Familie des Opfers versetzen zu wollen.“

        Darum geht es in dem Fall vor den LG HH nicht.

        Du schreibst: „Glaubst Du aber im ernst, dass jemand einen Vertrag aufsetzt nach der Art: “Im Fall des Missbrauchs eines Jungen vereinbaren die Eltern und die Kirche ein Schweigeld in Höhe von X?”

        Nein.

        Du schreibst: „Und ist es deswegen falsch, diese “Schmerzensgeldzahlung”, wie sie dann im Vertrag sprachlich “eleganter” ausgedrĂŒckt wurde, anders zu nennen, als sie dort geschrieben steht?“

        Wie ich das sehe, ist nicht relevant.

        Du schreibst: „Vermutlich glaubst Du bis heute auch noch, beim Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan handele es sich um einen “Friedenseinsatz” und nicht um einen “Krieg”.“

        Wie kommst du darauf?

        Du schreibst: „Und Dein Satz: “Und um mich richtig unbeliebt zu machen: Der zitierte Bistumssprecher hat Recht und es geht bei der Unterscheidung Schmerzensgeld-Schweigegeld keineswegs nur um Korinthenkackerei”, ist im ĂŒbrigen nur eine Behauptung.“

        Der Bistumssprecher gibt in seinen Worten im PR-Sprech wieder, was ihm das LG HH bestĂ€tigt hat. Ich bleibe dabei: Die katholische Kirche will mit dem Begriff „Schweigegeld“ nicht in Zusammenhang gebracht werden. Die Reaktion ist nachvollziehbar.

        Du schreibst: „öffentlich Ă€ußere ich lieber keine Festlegung, denn seit dem Urteil ist klar, was das zur Folge haben kann.
        NĂ€mlich, dass die Kirche ab sofort im Schnellverfahren jeden verknacken lassen kann, der das behauptet. Und damit ist ein Ziel erreicht: Die Schere im Kopf macht schnipp-schnapp.“

        Soweit ich das Urteil verstanden habe (auf buskeismus.de steht ein kurzer Auszug zum Spiegel-Urteil [„21.01.10: Der Beklagte wird verurteilt es zu unterlassen, verschiedene Äußerungen ĂŒber den KlĂ€ger zu verbreiten. Ferner wird der Beklagte verurteilt, an den KlĂ€ger 4.056,71 EUR zzgl. Zinsen zu zahlen. Im Überigen wird die Klage abgewiesen. Von den Kosten haben die KlĂ€gerin 1/6, der Beklagte 5/6 zu tragen. Entscheidung zur vorlĂ€ufigen Vollstreckbarkeit.
        Streitwert 140.000,00 EUR“]), geht es um verschiedene Äußerungen, die der Spiegel nicht mehr machen darf. Das mit „Schere im Kopf“ gleichzusetzen, finde ich ĂŒbertrieben. Wo kĂ€men wir denn hin, wenn jeder alles ĂŒber jeden behaupten dĂŒrfte?

        Du schreibst: „Hast Du auch nur eine Sekunde darĂŒber nachgedacht, warum die Diözese Regensburg nicht vor dem örtlichen Landgericht den Fall hat verhandeln lassen? Na, eine Idee?“

        Ja, eine ganz banale sogar: Der Spiegel sitzt in Hamburg. Das AZ 324 O 274/10 wird erwÀhnt am 26.10.10, das AZ 325 O 153/10 erst am 07.12.10 (Quelle: buskeismus.de).

        Du schreibst: „“Dummerweise” bringst Du hier das “Vorurteil von schlampig recherchierten Inhalten” zur Sprache“

        Ich sage, wie online wahrgenommen wird. Und dem mĂŒssen wir uns als Onliner stellen.

        Du schreibst: „… und stellst “Über-forderungen” an das Netzwerk – deswegen frage ich mich, was das soll.“

        Das Ziel: den Mitgliedern zeigen, wie man professionell arbeitet, deckt sich m.E. mit deinen Aussagen aus dem zweiten Blogeintrag vom 18. Januar (http://istlokal.de/2011/01/18/next-step-i/): „Ganz einfach: Journalismus ist unser erstes Hauptthema.

        Und dann gibt es die professionellen Journalisten, die mit ihren Blogs Geld ihren Lebensunterhalt verdienen wollen.
        Allen gemein ist, dass sie guten Journalismus anbieten wollen. Und dabei wollen wir uns gegenseitig unterstĂŒtzen.

        Das ist unser zweites Hauptthema: Die Vermarktung.

        Denn die finanziert eine professionelle Berichterstattung.“

        Ja, was denn jetzt?

        Du schreibst: „Ich könnte zum Beispiel den Eindruck gewinnen, dass Du dieses Netzwerk, das sich noch nicht einmal “offiziell” gegrĂŒndet hat, sondern ganz am Anfang seiner Entwicklung steht, sowie einzelne Mitglieder, beschĂ€digen möchtest.“

        Ziel von istlokal.de ist doch wohl die GrĂŒndung einer Genossenschaft mit Vermarktungsmöglichkeiten, etc. fĂŒr seine Mitglieder? Dann sollten Aktionen im Rahmen des Netzwerks auch im Netzwerk diskutiert und beschlossen werden. Es ist gut, dass ihr euch den Hut aufgesetzt habt (das habe ich gleich zu Anfang in meinem ersten Eintrag hier geschrieben), um dieses Netzwerk in Gang zu bringen. Ich kann mir auch denken, wie viel Arbeit ihr damit habt.

        Nichtsdestotrotz: Wenn ihr sagt, ihr wollt ein Netzwerk und eine Genossenschaft, wollt ihr doch keine Abnicker? Denn das wĂ€re dieser Sache Ă€ußerst abtrĂ€glich und super-unprofessionell.

        Meinung frei.
        Thomas

  • Feuer frei? Ok.

    Vorneweg verweise ich auf folgenden Artikel, in dem der komplette Sachverhalt, d.h. die fraglichen MissbrauchsfĂ€lle und die Geschichte der Abmahnungen bis hin zur Einstweiligen VerfĂŒgung detailliert beschrieben und zitiert werden.

    http://webevangelisten.de/bild-dir-deine-meinung-so-lange-du-noch-darfst/

    Daraus kann sich jeder seine Meinung bilden.

    Was daraus ziemlich eindeutig hervor geht, is, dass es sich bei der derzeit untersagten Formulierung nicht, wie vom Bistumssprecher behauptet, um eine durch nichts zu belegende falsche Tatsachenbehauptung handelt, sondern um eine zulÀssige EinschÀtzung handelt, die die Tatsachen aber ziemlich genau trifft.

    Schweigen und Zahlungen waren definitiv aneinander gekoppelt.

    Hat das unter UmstĂ€nden einen gewissen Beigeschmack, der in einem klar als solche gekennzeichneten Meinungsartikel geĂ€ußert werden darf oder besser geĂ€ußert werden muss?

    Warum wurden die Therapiezahlungen eingestellt, als die Familie des missbrauchten Jungen an die Öffentlichkeit ging?

    Warum ließ die Diözese die Leistungen 1999 kurzzeitig ruhen, nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen hatte und zahlte erst weiter, nachdem nichts öffentlich geworden war?

    Warum teilt die Familie des missbrauchten Jungen die in meinem Artikel getroffene EinschÀtzung?

    Das kann man alles nachlesen, wenn man sich die Zeit nimmt.

    Man kann aber auch die – gelinde gesagt – verlogene Pressemitteilung eines Bistumssprechers fĂŒr bare MĂŒnze nehmen, der selektiv aus Schreiben zitiert und die weiteren MissbrauchsfĂ€lle bis 2007 geflissentlich unter den Tisch fallen lĂ€sst.

    Man kann natĂŒrlich, ohne sich wirklich mit dem Thema beschĂ€ftigt zu haben, mal das Wort „Falschbehauptung“ nachplappern.

    Dann darf ich noch anmerken, dass mir die UrteilsbegrĂŒndung des Spiegel-Urteils vorliegt und es mich nicht wundert, dass der Spiegel verloren hat. Deren RechtsanwĂ€lte scheinen nie stringent argumentiert zu haben und auch einige Dokumente nicht vorgelegt oder nicht richtig eingeordnet zu haben.

    Als letztes erlaube ich mir anzumerken, dass ich das Argument, dass im Vertrag selbst der Begriff „Schweigegeld“ nicht fĂ€llt und es damit auch keines gewesen sein kann, schon fĂŒr sehr naiv halte.

    Die Diözese mag gerne anderer Ansicht sein als ich, die Familie des Opfers, viele andere, die die Fakten kennen. Sie muss aber akzeptieren, dass man auch zu einem anderen Urteil kommen kann und das auch öffentlich artikuliert.

    Derzeit darf die Diözese Behauptungen in die Welt setzen, gegen die ich mich, dank eines strafbewehrten Maulkorbs, nur sehr eingeschrÀnkt wehren kann.

    • Auch Meinung muss sich an bestehende Gesetze halten. Wenn ich jemand beim Autofahren den Stinkefinger zeige, kann mir das als Beleidigung ausgelegt werden, auch wenn das meine Meinung ĂŒber den anderen Autofahrer sein mag. Die Dözese will offensichtlich nicht den Ruch kommen, Schweigegelder gezahlt zu haben und unterbindet derlei Andeutungen im Keim (ob das in deinem Fall geschickt ist, ist eine andere Frage). Der Vertrag mit dieser Familie gibt ihr zumindest dazu eine Handhabe, gegen die „Schweigegeld“-Formulierung vorzugehen.

      Warum wurden die Therapiezahlungen eingestellt, als die Familie des missbrauchten Jungen an die Öffentlichkeit ging?

      Warum ließ die Diözese die Leistungen 1999 kurzzeitig ruhen, nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen hatte und zahlte erst weiter, nachdem nichts öffentlich geworden war?

      Was fragst du mich das? Stell die Fragen den Verantwortlichen und berichte die Antworten in einem (Meinungs-)artikel.

      Dann darf ich noch anmerken, dass mir die UrteilsbegrĂŒndung des Spiegel-Urteils vorliegt und es mich nicht wundert, dass der Spiegel verloren hat. Deren RechtsanwĂ€lte scheinen nie stringent argumentiert zu haben und auch einige Dokumente nicht vorgelegt oder nicht richtig eingeordnet zu haben.

      Dann hoffe ich fĂŒr dich, dass du mehr GlĂŒck hast und wĂŒnsche ebensolches. Wobei ich mir vorstellen kann, dass die Spiegel-AnwĂ€lte auch schon einige Ă€hnlich gelagerte Sachen durchgefochten haben dĂŒrften.

      Derzeit darf die Diözese Behauptungen in die Welt setzen, gegen die ich mich, dank eines strafbewehrten Maulkorbs, nur sehr eingeschrÀnkt wehren kann.

      Hey sorry, er hat Recht bekommen. Und das nutzt er nun leidlich aus. Der Bistumssprecher stellt sich in aller Breite hin und drĂŒckt dir einen rein. Vielleicht lacht er sich dabei noch ins FĂ€ustchen und singt in der Badewanne. Was ich sagen will: Es geht der Diözese wohl nicht nicht darum, ob es eine „zulĂ€ssige EinschĂ€tzung“ ist, sondern um den im Artikel gebrauchten Begriff „Schweigegeld“. Die Kirche wĂŒrde den Teufel tun, so etwas zuzugeben. Und in diesem Fall hat sie es sogar vertraglich.

      Der „strafbewehrte Maulkorb“ besagt aber doch scheinbar nichts anderes, als dass du „Jehova“ nicht mehr sagen darfst, oder?

  • Ach ja. Noch ein Nachtrag: Der Begriff Schweigegeld wurde nicht aus dem Spiegel-Artikel ĂŒbernommen.

    Er fÀllt nÀmlich dort nicht!!!

    Wer den Text bei den Webevangelisten als nicht dienlichen Kommentar bezeichnet, hat ihn offenbar nicht gelesen. Dort wird sowohl aus der Vereinbarung wie auch aus dem Vetrag und Anwaltsschreiben en detail und vollstÀndig zitiert (im Gegensatz zur Diözese).

    Von schlampiger Recherche kann nur jemand reden, der sich nicht mit dem Thema befasst hat und einseitig die Sicht der Diözese ĂŒbernimmt. Insofern ist dieser implizite Vorwurf lĂ€cherlich.

    Und ganz ehrlich: Ich halte es in so einem Fall nicht fĂŒr angebracht, weichgespĂŒlte, mithin verharmlosende Formulierungen zu verwenden, um 100 Prozent unangreifbar zu sein. Manche Auseinandersetzungen mĂŒssen dann auch gefĂŒhrt werden.

    • „Der Begriff Schweigegeld wurde nicht aus dem Spiegel-Artikel ĂŒbernommen. Er fĂ€llt nĂ€mlich dort nicht!!!“

      Ich stimme dir zu, dort steht „Schmerzensgeld“ und „Schweigevereinbarung“. Zwei, wie ich finde, krĂ€ftige und keineswegs weichgespĂŒlte Vokabeln. Ich war davon ausgegangen, dass mit dem Urteil gegen Spiegel und Spiegel Online auch dieser Artikel gemeint sei und dass dort in der Vor-Urteilsfassung „Schweigegeld“ gestanden hĂ€tte, das dann durch „Schmerzensgeld“ ersetzt worden wĂ€re. Mein Irrtum.

      „Wer den Text bei den Webevangelisten als nicht dienlichen Kommentar bezeichnet, hat ihn offenbar nicht gelesen.“

      Ich habe ihn gelesen. Mit „nicht der Sache dienlich“ meine ich nicht deinen Kampf gegen das Bistum Regensburg.

      „Von schlampiger Recherche kann nur jemand reden, der sich nicht mit dem Thema befasst hat und einseitig die Sicht der Diözese ĂŒbernimmt. Insofern ist dieser implizite Vorwurf lĂ€cherlich.“

      Ich ĂŒbernehme keine Sicht. Und mit „online = schlampig recherchierte Inhalte“ meine ich nicht speziell deinen Diözesanstreit, sondern die Wahrnehmung des Netzes bzw. der BlogosphĂ€re von außen. Denn das genau ist mein Thema: Ich will als Journalist meine Leser davon ĂŒberzeugen, dass sie QualitĂ€t geboten bekommen – gerade im Netz, denn das vergisst nicht. FĂŒr mich bedeutet das: saubere Recherche, gute Schreibe, hieb- und stichfeste Fakten, kurz: professionelle Arbeit. Das ist auch der Grund, warum ich bei istlokal.de mitmache: um uns zu professionalisieren.

      Und jetzt: Gute Nacht.

      • Ich antworte Dir mal hier auf beide Kommentare.

        Es geht bei der Unterlassung nicht um ein einzelnes Wort, auch wenn das (weil’s plakativ besser aufzubereiten ist) von nahezu allen Medien so geschrieben wird.

        Es geht, wie bei den Webevangelisten nachzulesen, um eine Eindrucksunterlassung, d.h. es sind mehrere Formulierungen, die in den Augen der Diözese einen falschen Eindruck erwecken und deshalb untersagt werden sollten.

        FĂŒr den Begriff „Schweigegeld“ habe ich schon nach der Abmahnung einen vorlĂ€ufige rechtsverbindliche UnterlassungserklĂ€rung abgegeben (bis zum Ende des Rechtsstreits mit dem Spiegel, je nach Ausgang bleibt sie aufrecht oder nicht) und ihn durch die „Beigeschmack“-Formulierung ersetzt.

        Dann kam als Reaktion die Einstweilige, jetzt das Urteil.

        Nun wird das Gericht, davon gehe ich mal aus, argumentieren, dass ich eine „falsche Tatsachenbehauptung“ aufgestellt hĂ€tte, die ich nicht beweisen kann.

        Das ist aber schlicht nicht der Fall. Wir bewegen uns nicht auf der Ebene von Tatsachenbehauptungen, auch wenn die Diözese anders argumentiert.

        Ich habe die Fragen oben gestellt, weil beides allein belegt, dass zwischen Zahlungen und Schweigen ein Zusammenhang besteht und damit die Beigeschmack-Formulierung in jedem Fall gerechtfertigt ist.

        Ich habe die Fragen Dir gestellt, weil Du bereits jetzt zu wissen glaubst, dass der Bistumssprecher recht hat.

        Den Text der Webevangelisten halte ich fĂŒr den informativsten, der bislang erschienen ist. Dort stehen all diese Dinge. Wenn Du auf Basis all dessen zu der EinschĂ€tzung kommst, dass die von mir gewĂ€hlten Formulierungen nicht zulĂ€ssig sind, ok, aber bislang argumentierst Du recht nebulös.

        Schon klar „Meinung muss sich an bestehende Gesetze halten“, eine banale Aussage. Der Vergleich mit dem Stinkefinger ist an den Haaren herbeigezogen.

        Ich habe in dem Kommentar weder eine unzulĂ€ssige SchmĂ€hkritik geĂŒbt, noch eine falsche Tatsachenbehauptung aufgestellt, noch die Persönlichkeitsrechte von irgendjemanden verletzt (es ist nicht einmal eine Person genannt, obwohl es da einige gĂ€be).

        Ich habe eine Sichtweise auf den Umgang der Diözese veröffentlicht, die mit jener der Opfer ĂŒbereinstimmt. Ich habe sogar dazu geschrieben, dass die Diözese das bestreitet. So etwas muss im Rahmen von Art. 5 GG erlaubt sein. Damit verfechte ich nicht, dass LĂŒgen, Beleidigungen etc. von der Meinungsfreiheit gedeckt sind.

        Sollte der Vorwurf „schlampiger Recherche“ kommen (der kommt bei solchen Sachen immer gern, ob nun online oder print), kann die Reaktion in meinen Augen nicht sein, anders zu formulieren oder so nicht mehr zu schreiben, sondern darauf zu erwidern oder, sollte der Vorwurf zutreffen, eine Korrektur vorzunehmen. So gehe ich vor, wenn mir tatsĂ€chlich ein Fehler unterlaufen ist.

        Ich halte mein Arbeiten fĂŒr professionell, speziell in diesem Fall sind die Fakten gut recherchiert und reichen aus, um Aussagen zu treffen, wie ich das getan habe.

        Ich persönlich brauche auch nicht die UrteilsbegrĂŒndung abzuwarten, um von der ZulĂ€ssigkeit dieser Aussagen ĂŒberzeugt zu sein und das Urteil anzugreifen. WĂ€r es anders, hĂ€tte ich die EV akzeptiert.

        Mir geht es nicht darum, ob Du die PresseerklÀrung von istlokal unterschreibst oder nicht. In diese Diskussion mische ich mich nicht ein.

        Wenn Du aber dem Bistumssprecher ungeprĂŒft (oder aus mir nicht nachvollziehbaren GrĂŒnden) recht gibst, wenn Du von schlampiger Recherche sprichst, halte ich das – wenn es einfach so dahin gesagt wird, ohne dass Du es begrĂŒndest, fĂŒr ziemlich Ă€rgerlich.

        Jetzt schreibst Du, dass mit „schlampiger Recherche“ etc. nicht ich gemeint bin,sondern dass es um eine BestĂ€tigung dieses Vorurteils durch meinen Fall geht. Aber: Ich wĂŒsste nicht, weshalb durch meinen Fall dieses Vorurteil bestĂ€tigt werden könnte, wenn der Vorwurf schlicht ins Leere geht.

  • admin

    Hallo.

    „Netter“ Beitrag auf „kreuz.net“ ĂŒber den „Haßjournalisten“ Stefan Aigner.

    Die feigen Typen haben ihr anonymes Angebot in „Nassau“ gehostet.

    http://www.kreuz.net/article.12852.html

    istlokal.de

  • admin
  • Pingback: Protest gegen Urteil im Fall der Diözese Regensburg vs. Stefan Aigner | Singold Bote()