Canon 600D beim ersten Videoeinsatz

Quick and Dirty

Weinheim, 07. Oktober 2011. (red) Bei den „rheinneckarblogs“ gibt es ein neues Spielzeug, eine Canon 600D. Gestern war sie zum ersten Mal im Videoeinsatz. Hier das Ergebnis und eine Man├Âverkritik.

Von Hardy Prothmann

Canon oder Nikon ist wie evangelisch und katholisch. Wer aus der Kirche ausgetreten ist, interessiert sich f├╝r Fakten.

Ger├Ąte m├╝ssen bedienbar sein. Und bezahlbar.

Meine erste digitale Spiegelreflex war 2007 eine Canon 300D. Damals „legend├Ąr“ und heute immer noch gut zu benutzen. Die 300D sollte mich unterst├╝tzen, wenn kein Fotograf dabei ist.

Die Zeiten haben sich ge├Ąndert. Heute sind Textreporter oft auch Fotografen. 2009 habe ich auf eine 450D gewechselt. Das brachte Fortschritt. In der Schnelligkeit und Bedienung. Aber in der Qualit├Ąt? Klar, von 8 auf 10 Megapixel. Da geht mehr. Die Perspektive muss trotzdem stimmen. Und der Moment.

Seit einer Woche gibt es eine 600D – 18 Megapixel und vor allem Video „on board“. 580 Euro mussten bezahlt werden, 60 Euro f├╝r eine schnelle 16GB-Karte, 99 Euro f├╝r das „Plastik“-50mm. Nochmals 60 Euro f├╝r den Batteriegriff mit zwei Akkus. Der 430 Ex-Blitz wird ├╝bernommen, ebenso das 18-270 Tamron-Objektiv.

Der klappbare Bildschirm hat den Ausschlag gegeben. In Zukunft soll er bei „Untersicht“, „Draufsicht“, „um die Ecke helfen. Bei diesem Video war er noch „angeklappt“.

Die Situation: Ein akustisch schlechter Raum. Parteiveranstaltung. Keine Extras. Internes Mikro. Kein Licht. Kein Stativ.

Und keine Brille – die brauche ich mittlerweile. Einige Unsch├Ąrfen waren geplant, andere nicht.

Automatisch fokussieren ist unter diesen schlechten Bedingungen ein Gl├╝cksspiel. Also wird die Sch├Ąrfe meist per Hand gezogen. Arme statt einem Stativ aufgest├╝tzt.

Die Kamera nimmt willig auf. Beim Ton wird klar – es geht. Man kann aus acht Metern Entfernung mit dem internen Mikro aufnehmen, besser w├Ąre aber ein optionales Richtmikro. Ein Stativ hier und da vielleicht, es geht aber auch so.

Die „Optik“ eines Zooms bietet Vorteile – man muss nicht wechseln. Aber auch alle bekannten Nachteile, vor allem die Lichtst├Ąrke.

Die Situation bietet leider wenig „Schnibis“ – Schnittbilder. Ich mache ein paar, muss aber mit der Kontrolle der Bilder k├Ąmpfen – die Brille fehlt. Daf├╝r kann die 600D nichts.

Ein paar Szenen kriege ich nicht rein – nach kurzer Zeit klappt der Spiegel zur├╝ck. Man muss die Kamera wieder in „Bereitschaft“ versetzen. Gut zu wissen – das muss man einplanen.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Kamera – man kann ihr weder eigene Unzul├Ąnglichkeiten vorwerfen (Brille), noch schlechtes Licht, noch eine Kompromissoptik.

Als Canon-User finde ich mich sofort zurecht. Die 18 Megapixel zeigen eine andere Klasse auf, die sich lohnt. Die Video-M├Âglichkeiten werde ich austesten.

Erstaunlich: iMovie erkennt die Kamera nicht. Ich muss die Movies auf die Festplatte laden und von dort importieren.

Dann wird kurz und trocken geschnitten, getextet und eingesprochen. Achja, und eben nochmal ein neuer Kanal angelegt, denn bisher lief alles ├╝ber heddesheimblog – jetzt hat weinheimblog seinen eigenen youtube-Kanal.

F├╝r einen Einsatz unter sehr widrigen Bedingungen hat die Kamera den ersten Test sehr gut bestanden. Ich freue mich darauf, mit ihr eine Verbindung einzugehen.

  • Hallo Hardy,

    auch wir filmen mittlerweile einiges mit der Spiegelreflex (500D und 7D von Canon). Eines aber ist in jedem Fall unerl├Ąsslich: ein gutes Stativ. Denn nichts wirkt unprofessioneller als verwackelte Videos.

    Ansonsten empfehle ich, gerade f├╝r sehschwache Kollegen ;-), eine Display-Lupe und ein gutes externes Mikro. Die Lupe gibt’s f├╝r 100 Euro, beispielsweise hier:
    http://www.enjoyyourcamera.com/Canon-Zubehoer/LCDVF-30-Displaylupe-Sucher-28x-fuer-Video-DSLRs-RED::3029.html

    Das Ding wird quasi ├╝ber den Display gest├╝lpt. Damit hat man die knapp dreifache Vergr├Â├čerung, das Fokussiueren wird erheblich vereinfacht.

    Ansonsten l├Ąsst sich mit den Spiegelreflexkameras wirklich was anfangen. Langsam gew├Âhnen sich auch die Interviewpartner daran.

    Gru├č aus Ingolstadt,
    Uwe Ziegler

  • Micha

    Ich habe die 600D seit l├Ąngerem in Einsatz und muss auch dazu sagen, es ist meine erste profiKamera. Ich bin davon begeister. Auch das Objektiv, was mitgeliefert wird ist schon f├╝r meine Verh├Ąltnisse mehr als ausreichend. Auch die Presse und Tester sind sich einig. Die Kamera ist geil.