Spar- und Schlussaktionen in der Zeitungsbranche

Warten auf das Aus oder Chancen ergreifen?

Mannheim, 27. September 2012. (red) Schon mitbekommmen? Heute wurde gemeldet, dass die NĂŒrnberger Abendzeitung am Ende ist. 28 Redakteure stehen bald auf der Straße. Vor kurzm erst hat der Berliner Verlag eine „angespannte Lage“ gemeldet. Die WAZ spart auch und Spiegel versuchts mit der SĂŒddeutschen in einer QualitĂ€tsoffensive.

Von Hardy Prothmann

Diese Meldungen sind noch lĂ€ngst keine „Horrormeldungen“, aber sie lĂ€uten vielerorts das nahende Ende ein. Die Zeit der Printmedien ist noch lange nicht vorbei. Aber es wird weniger geben, die Auflagen werden sinken und Mitarbeiter werden entlassen werden. Denn Print war ĂŒber lange Zeit zwar ein goldenes GeschĂ€ft, aber auch ein teures.

Gegen VerĂ€nderungen hilft nur, sich anzupassen. Wer sich dagegenstemmt, hat verloren. Jeden Tag erscheinen in der Zeitung Annoncen, die den weiteren Verlust eines Abonnenten anzeigen. Rechnet man den natĂŒrlichen Abo-Verlust von heute MittfĂŒnzigern weiter, ist die Gruppe der Hauptabonnenten spĂ€testens in zwanzig Jahren nicht mehr vorhanden. Und junge Abonnenten finden die Zeitungenso so gut wie keine oder nur mit teuren Marketingaufwendungen und Frei-Abos, also Kostenloskultur.

FĂŒr viele freie Journalisten wird das ebenso zum existenziellen Problem werden wie fĂŒr angestellte Redakteure. Wer darauf vertraut, dass alles bleibt, wie es ist, der glaubt auch heute noch, dass im Ruhrgebiet Kohle abgebaut wird.

Die Verdienstmöglichkeiten werden schmÀler, ob lang- oder nur mittelfristig, kann heute keiner sagen. Aber unterehmerische Journalisten, die sich unabhÀngig vom Bettel der Verlage machen, können gar nicht viel schlechter verdienen, als sie es ohnehin schon tun.

Sie können aber Freiheit gewinnen und unternehmerischen Erfolg suchen, so wie ich und andere Blogger das vormachen. Mit viel Ehrgeiz und Elan, der Bereitschaft, den GĂŒrtel enger zu schnallen, aber auch der wunderbaren Möglichkeit, selbst Themen zu setzen, unabhĂ€ngig zu sein und sein eigenes GeschĂ€ft aufzubauen.

Wer sich dafĂŒr interessiert, sollte so frĂŒh wie möglich Kontakt aufnehmen: kontakt (at) istlokal.de

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.