Mehr Meldungen im Newsfeed

Facebook-Kettenbrief verwirrt Nutzer & Seitenbetreiber

Gmund, 26. Oktober 2012. (red/cm) Vor wenigen Tagen geisterte ĂŒber zahlreiche Facebook-Seiten eine Nachricht. Diese teilte den Fans mit, dass nur ĂŒber eine Umstellung auch weiterhin Meldungen der Fanseite im eigenen Newsfeed erscheinen wĂŒrden. Große Seiten sprangen auf den Zug auf. Der war jedoch nur ein Fake. Zumindest teilweise.

Egal ob BILD oder kress. Zahlreiche große Portale verbreiteten in den vergangenen Tagen eine Meldung, die von einer Änderung der Facebook-Seiten sprach. Damit man weiterhin alle Postings der Seite sieht, mĂŒsse man nur wenige Klicks ausfĂŒhren. Viele Nutzer folgten der Aufforderung.

Selbst der Mediendienst kress fiel auf den Kettenbrief herein (Screenshot der Facebook-Nachricht)

Alles nur Fake?

Was zu dem Zeitpunkt vielen aber offenbar nicht bekannt war: Die Meldung war ein banaler Kettenbrief. Der Inhalt schlicht und ergreifend gefaked. Zumindest teilweise. Der wichtigste Begriff in diesem Zusammenhang ist der sogenannte „EdgeRank“. Dieser ist vom Grundgedanken her vergleichbar mit Google.

Ziel des EdgeRanks ist es, dem Nutzer möglichst wertvolle BeitrĂ€ge anzuzeigen. Also solche, die ihn wirklich ansprechen und ihm nĂŒtzlich sind. BeitrĂ€ge, die ihn informieren und auf dem Laufenden halten.

Facebook nimmt mit dem EdgeRank seit geraumer Zeit Einfluss auf die Inhalte des Newsfeeds. Über die im Kettenbrief beschriebene Methode lĂ€sst sich jedoch nicht sicherstellen, dass zukĂŒnftig mehr Inhalte einer bestimmten Facebook-Fanseite dargestellt werden.

Interaktion ist Trumpf!

Eine Interessensliste ist zwar schön, viel wichtiger ist jedoch Interaktion. Facebook lĂ€sst neben anderen Faktoren vor allem die Interaktion eines Nutzers mit einer bestimmten Fanseite einfließen. Anders ausgedrĂŒckt: Wer hĂ€ufig mit einer Fanseite interagiert, der erhĂ€lt zumindest in der Theorie auch mehr BeitrĂ€ge dieser Seite in seinem Newsfeed.

Was banal klingt, kann aber vor allem bei journalistischen Angeboten zum Problem werden. Um das zu verstehen, versetzt man sich am besten in die Lage eines Lesers. Dieser erhĂ€lt fĂŒnf Meldungen eines Lokalblogs in seinen Newsfeed – doch keine davon interessiert ihn.

Die Folge: Kein Klick auf den „GefĂ€llt mir“-Button, kein Kommentar, kein Teilen des Artikels. Das Signal fĂŒr Facebook ist klar: Der Benutzer interessiert sich nicht fĂŒr die Meldungen, da er nicht mit diesen interagiert. Genau das wĂ€re jedoch notwendig.

Interaktion fördern – aber realistisch bleiben

Um also vermehrt im Newsfeed der Fans aufzutauchen, gilt es, diese zur Interaktion mit den eigenen Meldungen zu bewegen. Kommentare, Likes, geteilte BeitrÀge. Alles Komponenten, die die Relevanz erhöhen. Ein Wundermittel stellen sie dennoch nicht dar.

Wie sich abzeichnet, wird Facebook ĂŒber kurz oder lang die „Promoted Posts“ forcieren. Seitenbetreiber die also hĂ€ufiger in den Newsfeed ihrer Fans gelangen wollen, mĂŒssen dafĂŒr bezahlen.

Bisher ist das noch nicht der Fall. Die Promoted Posts werden auch nicht dazu fĂŒhren, dass nur noch bezahlte Meldungen in den Newsfeeds auftauchen. Es wird jedoch schwieriger werden, weshalb es bereits jetzt wichtig ist, die Nutzer zu mehr Interaktion zu bewegen. Etwa durch eine entsprechende Aufforderung auf der Seite.