Fünf Jahre Freischreiber. Himmel- und Hölle-Preis verliehen

Himmlische Arbeit mit „Cicero“

Cicero ist Himmel-Preis-Träger 2013. Textchef Georg Löwisch nahm den Preis entgegen. Foto: Jens Schünemann

Cicero ist Himmel-Preis-Träger 2013. Textchef Georg Löwisch nahm den Preis entgegen. Foto: Jens Schünemann

 

Berlin, 18. November 2013. (red/ld) Der Berufsverband freier Journalisten „Freischreiber e.V.“ hat am Wochenende bei seiner Veranstaltung zum fünfjährigen Bestehen erneut den „Himmel- und Hölle-Preis“ verliehen. Die besten Arbeitsbedingungen herrschen danach beim Politik-Magazin „Cicero“. Die schlechtesten bei der Tageszeitung „Bonner Generalanzeiger.“ Mit dem Preis werden jedes Jahr die Redaktionen bedacht, die besonders gut oder besonders schlecht mit ihren Freien Mitarbeitern umgehen.

Von Lydia Dartsch

Eine Kultur der guten Zusammenarbeit lobte die Jury die Redaktion des Cicero: Dort würden die Journalisten angemessen und zügig bezahlt, Spesen würden übernommen und die Zusammenarbeit zwischen Autor und Redaktion laufe verbindlich. Beispielsweise werde der Auftrag schriftlich bestätigt. Die letzte Fassung eines Texts dürften die Autoren – manchmal auch mit Layout – noch vor dessen Veröffentlichung noch einmal ansehen. Das Belegexemplar des Print-Magazins werde unaufgefordert zugeschickt, lautet die Begründung der Jury. Cicero-Textchef Georg Löwisch freute sich, den Preis entgegen nehmen zu dürfen:

Es ist uns eine große Ehre, den Himmel-Preis verliehen zu bekommen.

Andere Bedingungen herrschen dagegen beim Bonner Generalanzeiger, der mit dem Hölle-Preis versehen wurde: Den renommierten Journalistenpreisen, die die Redaktion regelmäßig erhalte, stünden Zeilenhonorare von 21 Cent beziehungsweise 25 Cent gegenüber. Das liege unterhalb der gewerkschaftlich vereinbarten Vergütungsregeln. Auch langjährige Freie Mitarbeiter würden nicht besser bezahlt.

Dass die gezahlten Honorare „unangemessen niedrig“ seien, hatte auch das Landgericht Köln nach einem zwei Jahre andauernden Rechtsstreit befunden und den Verlag des General-Anzeigers, die Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt H. Neusser GmbH, zu Honorarnachzahlungen in Höhe von 10.600 Euro und 38.400 Euro plus Zinsen verurteilt. Der Verlag ist in dem Streit in Revision gegangen.

Die Freischreiber zeichnen mit dem Himmel- und Höllepreis jedes Jahr die fairsten und unfairsten Redaktionen, Verlage und Medienhäuser aus. Vorschläge für Nominierungen können alle freien Journalisten auf www.freischreiber.de einreichen. Als Grundlage dafür gilt der Code of Fairness der Freischreiber, den einige Redaktionen bereits unterzeichnet haben.